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Vorlage Ehrenkodex: Schritt in die richtige Richtung

Am Wochenende wurde seitens des DSC Arminia Bielefeld die schon mehrfach angekündigte erste Version eines Ehrenkodex für den Verein veröffentlicht: In diesem Ehrenkodex werden die Zuständigkeiten und Pflichten der verschiedenen Vereins-Gremien (Präsidium, Verwaltungsrat, Ehrenrat, Geschäftsführung, Aufsichtsrat) kompakt und verständlich dargestellt.


Der Ehrenkodex soll hierbei kein statisches Gebilde sein, sondern wird entsprechend der sich ändernden Gegebenheiten fortentwickelt und sicherlich mit der Zeit auch noch sinnvoll ergänzt werden.

Mit einem solchen Ehrenkodex soll laut Aussage des Vereins gleichzeitig auch der Grundstein für eine neue Politik der Transparenz und der Vertrauensbildung gegenüber den Mitgliedern gelegt werden, hierzu werden u.a. folgende Maßnahmen/Regelungen eingeführt:

 

 

  • Geschäftsbeziehungen zwischen Gremienvertretern und dem Verein bzw. den Tochtergesellschaften sind zukünftig untersagt, können nur ausnahmsweise durch den Ehrenrat genehmigt werden. Der Ehrenkodex sieht vor, dass solche Ausnahmeregelungen den Vereinsmitgliedern auf der jährlichen Jahreshauptversammlung offen gelegt werden.

  • Gremien-Sitzungen sollen zukünftig in einem Online-Kalender aufgeführt werden. Die diskutierten Themen und Projekte sollen darüber hinaus - soweit inhaltlich möglich - dokumentiert werden, um die Mitglieder über die wichtigsten Vorhaben zu informieren. Fehlen einzelne Gremienvertreter in mehr als 50% der Sitzungen und nehmen ihre Pflichten gegenüber dem Verein damit nicht ausreichend wahr, werden die Mitglieder darüber öffentlich informiert werden.

  • Den Mitgliedern werden ab sofort zügig nach Abschluss des jeweiligen Geschäftsjahres Finanzberichte öffentlich zur Verfügung gestellt, um eine Bewertung des wirtschaftlichen Erfolgs von Arminia zu ermöglichen. (In diesem Zusammenhang gehen wir davon aus, dass die bislang fehlenden Informationen zum Geschäftsjahr 2008 schnellstmöglich nachgereicht werden).

 

Die Kritischen Arminen begrüßen diese angekündigten Maßnahmen ausdrücklich und hoffen, dass ein Ehrenkodex schon bald im Verein ganz selbstverständlich auch "gelebt wird": Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen werden mehrere zentrale Forderungen der Kritischen Arminen aufgenommen und damit im Nachhinein bestätigt.

So wurden insbesondere die diversen Geschäftsbeziehungen von Gremienvertretern bzw. deren Unternehmen zu Arminia stets als bedenklich angesehen, da zumindest der Anschein einer möglichen Vorteilnahme nicht ausgeschlossen werden konnte.

Die Notwendigkeit von erheblich mehr Transparenz und die damit verbundene Kontrollmöglichkeit durch die Mitglieder war im Vorfeld der Jahreshauptversammlung ebenfalls deutlich von uns betont worden:

Den Mitgliedern als eigentliche Besitzer und Seele des (mittlerweile eher einem Wirtschaftskonzern gleichenden) DSC Arminia Bielefeld muss es ermöglicht werden, sich eine objektive Meinung zum Zustand des Vereins und der Arbeit der einzelnen Gremienvertreter zu bilden.

Dass vor der letzten Jahreshauptversammlung von einigen Mitgliedern der Rücktritt sämtlicher Funktionäre ("Alle raus!") gefordert wurde, zeigt deutlich auf, dass in der Vergangenheit eine Zuordnung der Arbeitsleistung zu einzelnen Personen überhaupt nicht mehr möglich war.

Dies wurde natürlich auch dadurch begünstigt, dass sich der Einfluss von Roland Kentsch aufgrund seiner Doppelfunktion als Schatzmeister des Vereins und Geschäftsführers der KGaA soweit ausgebreitet hatte, dass eine konstruktive Arbeit ohne seinen "Segen" anscheinend gar nicht mehr möglich war, wie die aktuellen Äußerungen in der NW nahe legen.

Wenn der "restliche" Verein tatsächlich nicht mehr in der Lage war, die Doppelfunktion von Roland Kentsch intern zu beenden, zeigt dies mehr als deutlich, wie wichtig das entsprechende Engagement aller kritisch denkenden Arminen war:

Nur durch das organisierte und kritische Hinterfragen und den aufgebauten öffentlichen Druck konnte die Machtkonzentration von Roland Kentsch schließlich durchbrochen werden. Durch die gleichzeitige Verankerung der Ämtertrennung in der Satzung wurde darüber hinaus sichergestellt, dass in Zukunft keine einzelne Person Arminia mehr derart dominieren kann.

In jedem Fall verpflichten diese Erfolge uns Mitglieder aber auch für die Zukunft, den Verein weiter zu begleiten und aktiv seine Entwicklung mitzugestalten.

Die heute vorgestellte Fassung eines Ehrenkodex stimmt optimistisch, dass Arminia als demokratischer Verein auf einem guten Weg ist und dass die Gremienvertreter bereit sind, Fehler der Vergangenheit einzugestehen und aus ihnen zu lernen.

Einige Passagen in der derzeitigen Fassung sind hierbei noch als verbesserungsfähig bzw. nicht eindeutig genug formuliert zu bezeichnen. Wir werden diese Punkte mit dem Verein klären und anschließend eine finale Bewertung veröffentlichen.

Über die Akzeptanz des vorgestellten Ehrenkodex werden in jedem Fall letztlich die Mitglieder zu entscheiden haben. Dies würde auch dem sich aus dem Ehrenkodex ergebenden Selbstverständnis entsprechen, die Mitglieder zukünftig angemessen in die Entscheidungsabläufe integrieren zu wollen.