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"Im Zwiespalt der Argumente"

nw-news.de vom 03.05.10 - Stand 13:22 Uhr

Berlin. Über dem 0:3 (0:1) von Arminia Bielefeld im Zweitligaspiel bei Union Berlin schwebte das mittlerweile beinahe sichtbare Damoklesschwert der Insolvenz. Der offenbar alternativlose Rettungsplan des designierten Präsidenten Wolfgang Brinkmann entfachte die Diskussion, ob die Stadt Bielefeld sechs Millionen Euro zur Rettung des leckgeschlagenen Dampfers Arminia aufbringen soll.

Den Kritischen Arminen, durch Richter Friedrich Straetmanns als kooptiertem Mitglied im Aufsichtsrat vertretene Fan-Gemeinschaft, ist die Brisanz der Situation bewusst. "Der Zeitdruck lastet auf allem, auf der finanziellen Situation und der Mitgliederversammlung am Mittwoch. Eine vernünftige Szenerie ist nicht mehr gegeben", sagte Lutz von Rosenberg-Lipinsky, Sprecher der Kritischen Arminen.


Die von Brinkmann als Voraussetzung zur Rettung genannte Satzungsänderung sehen die Kritischen Arminen durchaus nicht als zwingend an: "Das Finanz-Problem, das wir jetzt haben, ist keines der Satzung, sondern der handelnden Personen. Die notwendigen Satzungsänderungen wie zur Entflechtung der Strukturen waren ja schon auf den Weg gebracht worden", so Rosenberg-Lipinsky. Bei der chaotischen Jahreshauptversammlung vor einem Jahr waren mit Jochen Willmann und Vizepräsident Frank Kottmann zwei Kandidaten der Kritischen Arminen ins Präsidium gewählt worden. Beide sind mittlerweile – aus persönlichen Gründen – von ihren Ämtern zurückgetreten.

Von Rosenberg-Lipinsky: "Wir wollen die Satzungsänderung nicht boykottieren und damit der Wirtschaft ein Alibi zu geben, ihre Unterstützung zurückzuziehen. Wir halten nur die personelle Kontinuität mit Brinkmann oder auch Andreas Mamerow für unglücklich. Aufgrund ihrer Involvierung über Jahre können sie schlecht sagen, sie hätten von nichts gewusst."

Für die Satzungsänderung, nach der der neue Präsident nicht mehr direkt von den Mitgliedern gewählt würde, braucht der aktuelle Vorstand am Mittwoch in der Stadthalle Bielefeld 75 Prozent der Stimmen der anwesenden Mitglieder. Bei der Jahreshauptversammlung am 6. Juni wird der neue Vorstand gewählt.



 
Wie schon nach Bekanntwerden der vorgeschlagenen Satzungsänderung geschildert, halten wir die Abschaffung der direkten Wahl des Präsidiums nicht für notwendig/geeignet, zukünftig die erforderliche Transparenz und Kontrolle zu erreichen.

Davon unabhängig müssen wir aber zur Kenntnis nehmen, dass die Satzungsänderung seitens Arminia gegenüber Gläubigern, Sponsoren und Banken als Notwendigkeit kommuniziert wurde und diese wichtigen Partner sie daher anscheinenend als "Signal" oder "vertrauensbildende Maßnahme" ansehen.

Im Ergebnis ergibt sich der in der NW diagnostizierte "Zwiespalt der Argumente".

Jedes Mitglied wird für sich entscheiden müssen, wie es am Mittwoch abstimmen möchte. Eine Empfehlung für oder gegen die Satzungsänderungen wird es daher unsererseits nicht geben.