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"Es geht allen an den Kragen" |
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Sportbild 11/2010
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Kicker.TV - Kein Geld, keine Punkte, kein Aufstieg |
Ein interessanter Videobeitrag zur Lage des DSC Arminia Bielefeld:
Kicker.TV vom 17.03.2010 - Kein Geld, keine Punkte, kein Aufstieg
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"Es fehlt der aufrechte Gang" |
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nw-news.de vom 09.02.10 - Stand 20:59 Uhr Friedrich Straetmanns: "Es fehlt der aufrechte Gang" Bielefeld. Aus der Gruppe der "Kritischen Arminen" hervorgegangen, ist Friedrich Straetmanns (48) seit einiger Zeit co-optiertes Mitglied des Aufsichtsrats von Arminia Bielefeld. Er berät mit, darf aber nicht abstimmen. Am Freitagabend stand er mitten unter den Fans. Im Gespräch mit Peter Burkamp rät der Sozialrichter, das Fan-Umfeld ernst zu nehmen, und sieht im Verkauf des Stadions eine Option zur Verbesserung der Finanzen.
Herr Straetmanns, die Meldungen über Arminias Finanzkrise haben viele Fans aufgeschreckt. Wie bewerten Sie die Lage? FRIEDRICH STRAETMANNS: Die Gefahr einer Insolvenz sehe ich nicht. Aber es ist eine Situation, in der wir realistische Lösungen brauchen und uns erarbeiten müssen. Das Modell des Stadionverkaufs sehe ich als mögliche Option. Der Verkauf ist nicht die Wunschlösung, aber er scheint auf den ersten Blick von allen Szenarien die bessere Variante. Wichtig ist mir dabei, dass die Mitglieder nicht alle Rechte abgeben. Dies könnte durch die Rückkaufoption gewährleistet werden. Das sollte vor der nächsten Hauptversammlung technisch soweit geklärt sein. Wie konnte es überhaupt zu dieser kritischen Lage kommen? STRAETMANNS: Wir sind dabei, uns in die Zahlen zu vertiefen. Man hat Ähnliches zuletzt bei großen Banken und Wirtschaftsunternehmen erlebt. Ohne jemandem Vorwürfe machen zu wollen, aber die Kontrollmechanismen haben da versagt. Wir müssen das Ganze aufarbeiten, ein "weiter so" kann es nicht geben.
Im Dezember haben Sie Ihre erste Aufsichtsratsitzung erlebt. Hat die Realität bei Ihnen für Ernüchterung gesorgt? STRAETMANNS: Das will ich nicht sagen. Manche Entscheidungen, die ich von außen nicht verstanden habe, sind für mich nachvollziehbarer geworden. Bei anderen bin ich sehr diskussionsfreudig. Insgesamt ist der zeitliche Aufwand für alle Beteiligten höher als wahrscheinlich von außen wahrgenommen.
Die Finanzkrise ist von den Verantwortlichen offen dargestellt worden. Ist das der richtige Weg? STRAETMANNS: Diese Transparenz ist absolut in Ordnung und außerdem eine vertrauensbildende Maßnahme. Es gibt aber auch Themen, die gehören nicht in die Öffentlichkeit, weil das kontraproduktiv wäre.
Was bedeutet Transparenz für den Umgang mit den Fans? STRAETMANNS: Es ist ganz wichtig, und wir können uns da noch weiter verbessern. Niemand sollte das Umfeld unterschätzen. Es lohnt sich, sich mit den Fans auseinanderzusetzen. Fan-Kreise müssen gepflegt werden, man sollte sich mit ihnen beschäftigen. Ich denke, dass man auf Akzeptanz und Unterstützung stoßen wird, wenn wenn man versucht, Sachverhalte rüberzubringen.
Welche Rolle kann das Internet dabei spielen? STRAETMANNS: Darüber könnten Anregungen und Ideen kommuniziert und diskutiert werden. Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass nicht jede Meinung in den Foren für eine Mehrheit steht. Mir tut es gelegentlich fast weh, wenn ich manche Fehlbehauptung lese.
Was möchten Sie dem Fan-Umfeld mitgeben. STRAETMANNS: Mir fehlt ein wenig der aufrechte Gang, das Umfeld sollte weniger verzagt sein. Da ist zu viel Selbstzerfleischung und zu wenig Optimismus. Es gibt genügend Potenzial, wenn ich an die 70er und 80er Jahre denke, als 30.000 bis 35.000 Leute auf der Alm waren. Wir müssen jetzt daran arbeiten, das Stadion und besonders die neue Tribüne zu füllen.
Wie und wo haben Sie den Sieg über Fürth erlebt? STRAETMANNS: Ich habe auf Block 2 gestanden, mit Schwiegervater, Patensohn und dessen Vater. Trotz der Krisenmeldungen war die Unterstützung da. Wir haben tolle Fans. Als die Mannschaft in der zweiten Halbzeit bis zum Anschlag gekämpft hat, hat sich das auf die Fans übertragen.
Glauben Sie, dass die Partnerschaft mit der regionalen Wirtschaft gelingt? STRAETMANNS: Ich bin da guter Dinge. Auf beiden Seiten ist viel guter Wille da, und wenn es scheitern würde, wären alle Verlierer. Wir müssen den Weg aber auch gehen wollen. In dieser Region ist eine Menge möglich, das sollten wir nicht mit Fleiß kleinreden. Allerdings dürfen wir auch nicht die Bodenhaftung verlieren. Es darf nicht nur um einen Mittelplatz in der Bundesliga gehen, sondern auch um die zweite Mannschaft und die Jugendarbeit.
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"Ich mag die, die sich reinhängen" |
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nw-news.de vom 10.07.09 - Stand 23:59 Uhr "Ich mag die, die sich reinhängen" Der neue Vize-Präsident Frank Kottmann über seine Lieblingsspieler, sein Schlüsselerlebnis und sein Konzept
Bielefeld. Seit der zweiten Morgenstunde des 23. Juni gehört Frank Kottmann dem fünfköpfigen Präsidium des DSC Arminia an. Bei der tumultig-turbulenten Jahresversammlung fiel der 41-jährige Vorstand eines der größten deutschen IT-Unternehmens durch seine um Ausgleich bemühte Sachlichkeit positiv auf. Der neue Vize-Präsident, der wegen des aktuellen Urlaubs von Hans-Hermann Schwick derzeit sogar erstmals das Vereinsruder in den Händen hält, stellt sich vor und erklärt seine Vorstellungen von einer wieder positiveren Zukunft des DSC Arminia.
Mein privates Umfeld: Meine Frau hält mir den Rücken frei für das, was ich nun an ehrenamtlicher Arbeit für den Verein zu leisten habe. Sie kennt meine Leidenschaft für Arminia, die sich bei mir schon mit sechs, sieben Jahren entwickelt hat, als ich regelmäßig von Werther zur Alm gefahren bin.
Mein schwarz-weiß-blaues Schlüsselerlebnis: Das war gegen den 1. FC Saarbrücken in der Saison 1986/87, als Arminia ganze neun Spieler zur Verfügung hatte und Torwart Wolfgang Kneib im Sturm eingesetzt wurde. So etwas gibt’s wahrscheinlich nur bei Arminia. Bei jedem anderen Verein wäre das Spiel ausgefallen. Wir waren damals zwar nur 2.600 Zuschauer, haben aber die Mannschaft nach dem 1:3 gefeiert wie selten zuvor.
Mein Weg zu konstruktiver Zusammenarbeit mit der Wirtschaft: Wir müssen wieder eine Vision haben - und die formulieren wir in unserem Konzept "Arminia 2015". Ob sportliche Ziele, Nachwuchsförderung aller Abteilungen oder Marketing - alles muss dazu dienen, den Namen Arminia Bielefeld als Marke wieder besser zu platzieren. Und zwar so gut, dass jeder sagt: "Wow, das ist so toll, da möchte ich dran teilhaben."
Meine Vorstellung von einer guten Außendarstellung: Das Wichtigste ist, dass jeder bei Arminia öffentlich nur über das redet, wofür er arbeitet, also Kompetenz hat und Verantwortung trägt. Intern können und müssen wir natürlich über alles diskutieren - bei klarer Aufgabenverteilung. Wenn wir dann noch die Fans und Mitglieder mehr einbinden und den Verein einen, dann ist Arminia Bielefeld wieder ein Kultklub. Wenn jeder in und außerhalb von Ostwestfalen wieder stolz darauf sein kann, ein Arminia-Fan zu sein, haben wir einen großen Sprung gemacht.
Mein liebster Armine: Wenn ich da einen Spieler heraushebe, hieße das, dass ich über 20 andere zurücksetze. Grundsätzlich mag ich die, die sich reinhängen, die kämpfen und auf dem Platz alles für den Verein geben. Wenig anfangen kann ich mit denen, die sich hauptsächlich mit Diskussionen über Geld beschäftigen. Teamspieler müssen es sein - von denen hat Arminia Bielefeld immer gelebt.
Meine Aufarbeitung der jüngsten Vereinsquerelen: Wir haben intern mit allen Vereinsverantwortlichen Regeln aufgestellt, an die wir uns ab sofort alle halten werden. Eines bleibt aber festzuhalten: Es war ja vorher nicht alles schlecht. Auch das mag ein Grund dafür sein, dass trotz der Dissonanzen seit der Jahresversammlung mehr Mitglieder ein- als ausgetreten sind, dass wir zudem mit 5.500 mehr Dauerkarten verkauft haben als je zuvor in der 2. Liga. Es ist also eine Aufbruchstimmung zu erkennen - und die müssen wir nutzen.
Mein Konzept für den idealen Verein: Ich komme aus der Wirtschaft, und da lernt man, dass man immer nach mehr streben sollte. Deshalb hat es mir auch sehr gefallen, als unser neuer Trainer Thomas Gerstner gesagt hat: Wir werden die Nummer 1 der Liga. Dazu braucht es hochmotivierte Mitarbeiter - und die haben wir. Ein qualitativ hochwertiges, vernünftiges Konzept. Die Fähigkeit, die Strategie ständig zu überprüfen. Die Vision, einen Stammplatz in der 1. Liga als großes, mittelfristiges Ziel zu haben. Fans, die stolz sind auf das Aushängeschild Arminia. Spieler, die stolz darauf sind, bei Arminia spielen zu dürfen. Kottmann, Armini-Vater Geboren wurde Frank Kottmann am 23. Dezember 1967 – genau wie sein Vorstandskollege Andreas Mamerow. Nach 20 Jahren in Werther ging’s zum Studium nach Essen und später beruflich ins Rheinland. Seit 2000 wohnt Frank Kottmann mit Ehefrau Anja in Gütersloh-Isselhorst. Die Kinder Celine (9) und Cedric (5) sind "selbstverständlich" beide längst Arminis.(rk)
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